Ich sehe was, was du nicht siehst – Infrarotfotos

16. November 2017 @ 13:25

Magisches Licht und Landschaftsfotografie

Durch einen Auftrag in der Fotoakademie Köln kam ich auf die Idee, es endlich einmal mit der Fotografie im infraroten Bereich zu versuchen. Schon bei vielen analogen Experimenten hatte ich darüber nachgedacht. Doch leider sind infrarottaugliche Farbfilme kaum bis gar nicht mehr zu bekommen und äußerst teuer. Da machen Experimente mit hohem Ausschuss nicht wirklich Freude. Umso spannender fand ich die Lösung, mir einen InfrarotFilter anzuschaffen, mir diesen vor meine digitale Spiegelreflexkamera zu schrauben und einfach auszuprobieren. Die beste Gelegenheit dafür bot der Urlaub in der fränkischen Schweiz, wo es vor lauter spannender Landschaftsmotive nur so wimmelte. Die Lichtsituation im Oktober/November ist etwas heikel – selbst wenn man viel Sonnenschein hat, so ist dieser längst nicht so voller ultraviolettem Licht wie im Sommer. Außerdem ist das Zeitfenster für die Fotos ziemlich klein – vor allem, wenn man noch lange Wanderungen zu tollen Aussichtspunkten mit einplanen muss.

Was ist infrarotes Licht eigentlich?

Kurz gesagt: für uns unsichtbar. Das Phänomen der Unsichtbarkeit dieses Lichttyps liegt darin begründet, dass das menschliche Auge nicht in der Lage ist, dieses Licht, welches einfach geschildert sehr sehr rot ist, wahrzunehmen. Im Gegensatz zu Hummeln oder Schlagen. Ab einer Wellenlänge (kurz einmal an den Physikunterricht zurückgedacht, dies ist die Maßeinheit, in welcher wir Licht messen und somit in sein Spektrum zerlegen können ) von 780 nm hört unser Auge einfach auf, Licht zu sehen und die damit erzeugten Farben wahrzunehmen. Dies gilt nicht nur für infrarotes Licht, sondern auch für den ultravioletten Bereich (ab 380 nm), der auf der anderen Seite des Spektrum liegt.

Kurzum: Infrarotfotografie ermöglicht uns, Licht zu sehen, obwohl wir es eigentlich gar nicht könnten. Ziemlich cool!

Was benötigt man für solche Bilder?

Okay, nach der trockenen Physik kommt endlich die Praxis. Wichtig ist vor allem, dass deine Kamera diese Art von Licht überhaupt sehen kann. Über dem in der Kamera befindlichen Sensor liegt oftmals ein Sperrfilter, welcher bestimmte einfallende Lichtstrahlen vom Sensor fernhalten soll. Mal ist dieser Filter stärker, mal schwächer. Bevor du dir nun also einen teuren IR-Filter zulegst, gehst du mit deiner Kamera und einer Fernbedienung in einen völlig dunklen Raum. Du löst deine Kamera über den Selbstauslöser recht lange aus (es dürfen gern ein, zwei Sekunden sein) und in dieser Zeit drückst du eine Taste der Fernbedienung. Wenn du auf dem Display der Kamera nun einen roten Punkt sehen kannst: lauf los und kaufe einen IR- Filter!

Obacht: kaufe dir den richtigen Filter! Ich machte den Fehler und kaufte mir einen Filter für den Bereich bis 730 nm, was dazu führte, dass ich es nicht schaffte, die Bilder in Bilder später in Photoshop in die wundervollen magischen Kunstwerke umzuwandeln, die ich erwartete. Also kaufte ich anschließend noch den Hoya IR 72 – und schon konnte es losgehen! Vergiss niemals dein Stativ, wenn du auf Motivjagd gehst. Oftmals braucht es lange Belichtungszeiten, um den IR- Zauber einfangen zu können.

Um es nicht ausarten zu lassen mit langen Erklärungen, wie man von einem roten Bild auf dem Display der Kamera zu einem zauberhaft anmutenden fertigen IR- Bild gelangt, empfehle ich euch die Homepage von Matthias Haltenhof. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr ihm oder auch mir gern schreiben. Er antwortet wirklich unheimlich schnell, nett und ist unfassbar hilfsbereit. Ohne seine Hilfe wäre ich mit meinem falschen Filter arg verzweifelt.

Urlaub und Fotos – was will man mehr?

Angekommen in der fränkischen Schweiz konnte ich es kaum erwarten, alle meine Fotosachen für eine Wanderung zu packen und loszuziehen. Erst einmal stand das lästige Koffer auspacken, Lebensmittel einkaufen und Ferienwohnung einrichten auf dem Programm. wirklich lästig, wenn man lieber Fotos machen gehen möchte! nachdem wir dies schnell erledigt hatten, machten wir direkt eine kleine Wanderung – wie an allen Tagen unseres Aufenthaltes dort. Und von jedem Ausflug brachte ich nicht nur „normale“ Landschaftsbilder, sonder eben auch infrarote Bilder mit. Während mein Mann nach unseren wirklich langen und anstrengenden Ausflügen mit dem Kochen beschäftigt war, durfte ich mich den Fotos widmen. Ich mag diese Arbeitsaufteilung 😉

Die Ergebnisse könnt ihr hier begutachten: 

Habt ihr euch auch schon einmal mit dieser Art der Aufnahme beschäftigt? Oder habt ihr es vor? Es gibt Fragen? Ich freue mich über Kommentare!

 

 

 

 

 

1 Kommentar auf „Ich sehe was, was du nicht siehst – Infrarotfotos“

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