Quetschen und drücken – das Lensbaby Sparkle Edition

20. Dezember 2016 @ 17:00

Schon vor Jahren fiel mir das erste Lensbaby auf – der typische Ausruf meiner Mutter beim shopping „Das wollte ich schon immer haben!“ trifft hier voll und ganz zu – und nach einigen Jahren habe ich es dann auch bei mir zu Hause einziehen lassen: Lensbaby Sparkle Edition
Aber was ist überhaupt ein Lensbaby und was soll man damit?

Lensbaby und Fokus

Das Lensbaby ist ein Spaß- Objektiv, welches sich entweder für Canon oder Nikon – mounts bestellen lässt. Das Objektiv legt es darauf an, einen scharfen Spot (dieser muss nicht im Mittelpunkt liegen) und bisweilen extrem weich auslaufende Randbereiche zu erzeugen.
Der Fokus lässt sich durch die einzigartige Bauweise des Lensbabys nahezu überall um Bild platzieren!

Fokussieren handgemacht

Der Tubus des Objektives ist nicht wie gewohnt starr und mit einem Fokusring versehen. Nein, hier läuft alles anders! Das Lensbaby ist in sich komplett beweglich, biegsam und quetschbar. Im Grunde ist es die einfachste Ausführung eines TiltShift– Objektives. Durch das Heranziehen der Frontlinse an die Filmebene stellt man scharf. Im Grunde genommen der gleiche Vorgang wie bei einem „normalen“ Objektiv, denn auch dort wird der Abstand der Linsen zur Filmeben verändert, allerdings durch drehen der Linsen. Beim lensbaby werden unsere Hände zur Arbeit aufgerufen und müssen den Korpus des Objektives eben näher an die Filmeben quetschen oder ein Stückchen wegziehen. Soviel zum Fokussieren.

traumhaft unscharfe Schärfe

Was hat es jetzt mit den extrem weichen Randbereichen auf sich?
Durch den beweglichen Tubus lässt sich das Objektiv nicht nur quetschen, sondern auch biegen. Aber warum sollte man ein Objektiv biegen? Dadurch wird die Schärfeebene verzerrt, quasi auf ihrer Achse verdreht wie ein Segel im Wind, und man erschafft so eine völlig neue Art der Tiefenschärfe und deren Verlauf. Bei den folgenden Bildbeispielen wird es deutlich, was genau damit gemeint ist.

Süßer Punkt – weiches Bild

Bei beiden oberen Bildern sieht man, dass sich der Schärfeverlauf anders darstellt, als man es von gewöhnlichen Objektiven gewohnt ist. Durch das verschieben und neigen der Linse entsteht eine fast schon punktförmig wirkende Schärfe. Die Achse der Schärfe läuft quasi von vorne nach hinten durch das Bild und nicht wie gewohnt horizontal. Ebenso ließe sich eine vertikale Schärfe erzeugen. Dies wird durch das Biegen des Objektiv- Korpus erreicht. Generell zeichnet sich der „sweet spot“, wie der Hersteller den weich auslaufenden Fokus liebevoll nennt, stark durch und erzeugt so immer eine zarte und luftige Bildwirkung.

Spaß mit Träumen

Alles in Allem lässt sich sagen, dass ein Fotoausflug mit dem Lensbaby sehr viel Spaß macht und die Bedienung sehr einfach ist. Intuitiv lassen sich schnell außergewöhnliche Aufnahmen erstellen, ohne dass man wie bei einem professionellen Tilt- Shift- Objektiv, welches in der Regel für Architektur- oder Produktfotografie eingesetzt wird, präzise und langwierige Einstellungen vornehmen muss. Wenn man sich erst an die Bedienung eines Lensbabys gewöhnt hat, gelingen schnell und einfach traumähnlich wirkende Aufnahmen.  Natürlich ist es qualitativ nicht mit einem echt Tilt- Shift- Objektiv zu vergleichen, dafür bringt es aber eine Menge Gestaltungsspielraum für unterwegs.

Sternchen und Strudel gibt’s auch dazu

Im Lieferumfang sind neben unterschiedlich großen Blenden noch Effektblenden enthalten. Die normalen Blenden regeln, wie sonst im Objektiv eingebaut, die Menge des einfallenden Lichts. Da das Lensbaby keine verstellbare Blendenöffnung hat, kann man die „Lochscheiben“ aus Metall mit Hilfe eines Magnetstempels nach Belieben und Bildgestaltungsidee austauschen. Die Effektblenden lassen sich noch zusätzlich damit kombinieren. Wie man in den folgenden Beispiel- Bildern sehen kann, entstehen besonders durch Lichtflecken und Reflexe unerwartete, spaßige highlights im Bild.

(oberes Bild: Sternchenblende/ unteres Bild: Spiralblende)

Wenn ihr jetzt unbedingt euer eigenes Lensbaby erwerben möchtet, könnt ihr das ganz einfach auf der homepage des Herstellers machen. Achtet dort auf spezielle Angebote, die lohnen sich teilweise so richtig!

Wer von euch hat denn ein Lensbaby und kann bestätigen, wieviel Spaß dieses Objektiv mit sich bringt? Ich freue mich über eure Erfahrungen!

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