Aufträge und die Crux des primings

 Mit schnellem Schritt geht es über den Platz es Mediaparks in Köln, erwartungsvoll Richtung Fotoakademie. Heute ist der erste Unterrichtstag und der Auftrag dazu in unserem Plan heißt „200m – eine kleine Serie im Umkreis von maximal 200m um deine Wohnung“ – habe ich brav gemacht und bin nun gespannt, was unser Dozent Oliver dazu zu sagen hat. Die Aufträge sind nämlich jeweils einem der beiden Dozenten – also Frank Dürrach oder Oliver Rausch – zugeordnet. Und bisher kennt man ja beide nur aus dem Tag der Einführungsveranstaltung letzte Woche. Das Besondere an diesem Auftrag ist auch, dass beide Sonntags- Gruppen zusammen begutachtet werden; bei den anderen Aufträgen wird die Bildbesprechung immer nur in der eigenen Gruppe mit ca. 15 Personen stattfinden. Aber noch sind das ungelegte Eier, heute geht es an die 200m.

Oliver und das priming

Grob zusammengefasst lief das Ganze so ab: wir legten in zwei Räume alle unsere Bilder zu unseren 200 Metern aus. Waren einige hübsche Bildchen dabei. Aber hübsche Bildchen sind hier nicht das Ziel der Übung. Hä? Nachdem wir dann alle unsere Fotos wieder eingesammelt hatten, setzten wir uns im großen Besprechungsraum zusammen. Und sollten Papier und Stift rausholen. Wieder hä? Oliver ließ uns ein paar Punkte aufs Papier malen, welche wir nach Vorgabe verbinden sollten. Irgendwann erlöste er uns von unserem gemeinschaftlichen Rätseln und Brüten mit einer Lösung an der Tafel. Die Lösung war irgendwie schon so, dass sie den Vorgaben entsprach, aber wohl anders als sich viele gedacht hatten – ich freute mich wie ein Schneekönig, dass ich immerhin hier vorher eine „kreativere“ Lösung gefunden und die Vorgaben umschifft hatte. Ganz im Gegensatz zu meinen Fotos der 200 Meter. Die waren vorher nämlich knallhart durchgefallen.

Dein eigenes Ding

Und warum? Weil ich mich von dem Aufgabentext des Auftrages habe primen, also komplett festlegen und somit einschränken lassen – kein Grund zur Sorge, damit befand ich mich mit vielen Kommilitonen in bester Gesellschaft. Gegen dieses priming musste man jetzt einfach mal eben was tun. Mal eben. Einfach. Aha. Sich loslösen von normalen Vorstellungen, festgelegten Ideen und dem vorgegebenen Textverständnis. „Mach dein Ding draus“ – dieser Satz wird uns wohl die ganze Studienzeit verfolgen. Er ist aber wohl auch gleich der wichtigste Satz, um individuell kreativ an spätere Kundenvorgaben heranzugehen. Oder auch an die eigenen Ideen. Scheinbar der Schlüssel zum heiligen Gral. Also packen wir es an und schmeißen den Rahmen in unserem Kopf weg zugunsten überbrückter Tellerränder und einem Trip durch weit, weit entfernte Galaxien.

Hier seht ihr die alten und auch die neuen „200m“, welche ich nach der Lektion übers priming machte. Ich glaube, in der neuen Serie kommt Stimmung auf und die geliebte streetart meiner Umgebung konnte ich trotzdem einbauen! Ha.

Der 1. Versuch:

 

Der 2. Versuch:

 

 

 

Weiterbildung in der Fotoakademie – Hirnfutter deluxe

Am 28. August war es so weit: meine Weiterbildung an der Fotoakademie in Köln begann.

Nach einem gemütlichen und spannenden Bewerbungsgespräch viele Wochen zuvor, konnte ich es kaum erwarten, dass das Studium losging. Man hat ja schon seine eigenen Vorstellungen und Erwartungen, aber natürlich hat man auch zuvor etwas im Internet recherchiert und war entsprechend neugierig, und wollte nun endlich starten. Doch was versprach ich mir eigentlich von dem Studium an einer privaten Foto- Akademie? „Weiterbildung in der Fotoakademie – Hirnfutter deluxe“ weiterlesen