Weiterbildung in der Fotoakademie – Hirnfutter deluxe

15. Dezember 2016 @ 19:09

Am 28. August war es so weit: meine Weiterbildung an der Fotoakademie in Köln begann.

Nach einem gemütlichen und spannenden Bewerbungsgespräch viele Wochen zuvor, konnte ich es kaum erwarten, dass das Studium losging. Man hat ja schon seine eigenen Vorstellungen und Erwartungen, aber natürlich hat man auch zuvor etwas im Internet recherchiert und war entsprechend neugierig, und wollte nun endlich starten. Doch was versprach ich mir eigentlich von dem Studium an einer privaten Foto- Akademie?

Chemie und Pixel

Wie man ja auch hier im blog verfolgen kann, bin ich sehr viel im analogen Fotobereich unterwegs und liebe es, mit Film und Chemie, verschiedenen Kameras und Trägermaterialien zu experimentieren. Blaudrucke, Vergrößerungen, Negativentwicklung – damit habe ich mich die letzten Jahre viel beschäftigt, wenn auch eher hobbymäßig als professionell. Der Spaß und das Experiment standen und stehen im Vordergrund. Nichtsdestotrotz habe ich auch immer mit meiner digitalen Kamera fotografiert, mit Studioblitzen experimentiert und Photoshop verwendet. Und sowohl analog wie auch digital habe ich im sehr kleinen Rahmen im Kundenkontakt gearbeitet. Eben neben dem Beruf und aus Spaß an der Fotografie.

Das Studium

Im Sommer diesen Jahres habe ich mein Studium im Bereich Soziale Arbeit abgeschlossen und wollte jetzt noch etwas nur für mich und meine kreative Seite tun. Da lag es für mich einfach nah, mich für einen Studienplatz im Bereich Fotografie zu bewerben. Als Essenerin war der Weg zur Universität Folkwang nicht weit. Meine Mappe dafür fertigte ich mit analogen Arbeiten an, welche ich recht aufwendig auf tolle Träger aus Finnpappe aufzog. Ein Großteil der Bilder war durch Aufnahmen von Becher und Steinert inspiriert, was auch bei den Mappenberatungen an der Folkwang als gute Richtung für die Aufnahme angesehen wurde. Natürlich erhielt ich eine Absage auf meine Bewerbung. Was nun?

Es gab eine Reihe diverser Universitäten im Umkreis, welche vor allem Fotodesign als Studienfach anbieten. Doch ich wollte ja nur Fotografie studieren. Meine zeichnerischen Qualitäten sind weit ab von Gut und Böse, also ist Design wohl eher nicht mein Gebiet. Aber Fotografie begleitet mich schon seit vielen Jahren, und ich wollte mich so gern weiterbilden und meinen Horizont erweitern. Für mich persönlich ist nichts schlimmer als Stillstand. Nur weil ich Kameras bedienen und ein Bild einigermaßen aufbauen kann, heißt es für mich nicht, dass es ab da nichts mehr zu lernen gibt. Es ist immer Luft nach oben – also möchte ich sie füllen! So verspreche ich mir von einem Studium eine Menge input, Ideen, Wissen, Inspiration und natürlich bessere Bilder.

Ablehnung heißt: nicht aufgeben!

Natürlich hatte ich bei meinen Recherchen zu diversen Foto- Studium- Möglichkeiten auch von der Fotoakademie in Köln gelesen. Allerdings war und ist es mir beruflich nicht möglich, jeden Tag nach Köln hin und zurück zu fahren, zu studieren und noch irgendwie Geld zu verdienen. Irgendwie möchten ja das Zugticket und das Studium bezahlt werden. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail. Das Studium in Köln ist berufsbegleitend. Aha! Es findet nur an einem Tag der Woche ein intensives Treffen statt, während dem man seine Bilder bespricht oder input in den Bereichen Licht, Geschichte, Gestaltung oder anderer Bereiche bekommt. Und einen Tag in der Woche konnte ich locker erübrigen – und irgendwie findet man ja immer ein Zeitfenster, um Fotografien für die Bildbesprechungen anzufertigen.

Bildung kostet…

Natürlich kostet das Studium, da es ja privat ist, ein paar Euro pro Monat – genauer gesagt 280,-€. Dazu kommen noch die Reisekosten und die nötigen Materialien. Man muss eine Menge Bilder ausdrucken, also benötigt man Papier und Tinte, dazu einen ordentlichen Drucker (oder eine Druckerei), und ein gutes Display mit einem recht arbeitswilligen Rechner ist absolut von Vorteil. Fehlt noch ein kleines oder größeres Teil des Foto- Equipments, ist man mit etwas Gespartem im Hintergrund gut beraten. Natürlich kann man anfangs auch erstmal günstig starten – je nach eigenem Anspruch und Geldbeutel. Ich empfinde das Ganze als sehr individuell, die Dozenten haben Verständnis, wenn man nicht direkt das fette Profi- Equipment am Start hat oder sich mal eben zulegen kann. Wichtiger sind Ehrgeiz und Engagement.

Auf los geht´s los!

Nun war nach dem erfolgreichen Bewerbungsgespräch also der Tag X gekommen. Aufregend! Wir bekamen eine kurze Führung durch die Akademie, der Lehrplan mit den Aufträgen wurde verteilt und detailliert besprochen. Nach einigen organisatorischen Dingen war der Tag auch schon rum und man hatte eine lange Liste mit insgesamt 15 Aufträgen in der Hand. Aufträge? Dies sind die Hausaufgaben, welche man unter der Woche vorzubereiten und an dem Besprechungstag (bei mir der Sonntag) vorzulegen hat. Mal länger, mal kurz und knackig formuliert, voller versteckter Hinweise und mit viel Platz für Interpretationen – mach dein eigenes Ding draus! Puh, einfacher gesagt als getan. Aber genau für solche Herausforderungen bin ich ja dort. Und mit diesem Teil meines blogs nehme ich euch mit auf die Reise durch Aufträge, Gefühle und Erkenntnisse. Mal lustig, mal gefühlsintensiv, oder auch tränenreich. Aber bisher läuft es einfach wunderbar, mein Hirn bekommt Futter – seid gespannt!

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